Erkältung bei Kindern und Babys behandeln

Erkältung behandeln bei Kindern und Babys by Simone Hainz-pixelio.de

Das Immunsystem von Kindern kann Erkältungsviren nicht so gut abwehren wie das Erwachsener. Deshalb kommt es vor, dass Kleinkinder bis zu 10-mal pro Jahr erkältet sind. Das betrifft vor allem Kindergartenkinder, die mit vielen Keimen in Kontakt kommen, und deren Abwehrsystem erst noch lernen muss damit umzugehen. Lesen Sie, was Sie als Eltern für das Immunsystem Ihrer Kinder und gegen eine Erkältung tun können.

Babys unter 6 Monaten sollten mit einer Erkältung oder mit mehr als 38 Grad Fieber sofort zum Arzt gebracht werden. Für die Selbstbehandlung von älteren Kinder lassen Sie sich bitte von einem Arzt oder Apotheker beraten, denn Kindern sollten nur Präparate erhalten, die für ihr Alter und Gewicht geeignet sind und altersgerecht dosiert werden. Arzneimittel für Erwachsene können für Kinder unter Umständen schädlich sein! Folgende Informationen können Ihnen bei der Einschätzung und ersten Selbstbehandlung helfen.

Einer Erkältung bei Kindern vorbeugen

Eine Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – ist eine Viruserkrankung. Damit Viren nicht so leichtes Spiel haben und das Immunsystem Ihres Kindes gestärkt wird, helfen natürlich eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung, ein geregelter Tagesablauf, wenig Stress und viel Liebe.

Vor allem aber muss das Immunsystem des Kindes lernen, mit den vielen verschiedenen Erkältungsviren umzugehen und sie abzuwehren. Zum Beispiel ist warme Kleidung wichtig, damit sich Ihr Kind nicht verkühlt. Schließlich können kalte Hände, Füße, Ohren und Nase eine Erkältung begünstigen. Aber achten Sie dabei darauf, Ihr Kind nicht zu warm anzuziehen. Das kann nicht vor dem Angriff der Erkältungsviren schützen. Ziehen Sie Ihr Kind am besten so warm an, wie Sie selbst auch angezogen sind. Hier sind noch ein paar Tipps zur Vorbeugung:

  • Meiden Sie den Kontakt mit kranken Kindern und Erwachsenen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich regelmäßig die Hände wäscht.
  • Waschen Sie und Ihr Kind sich vor der Zubereitung und dem Essen von Mahlzeiten die Hände.
  • Geben Sie das Rauchen auf, denn auch passives Rauchen fördert Atemwegserkrankungen Ihres Kindes.
  • Ist bereits ein Familienmitglied krank, verwenden Sie keine gemeinsamen Taschentücher, Zahnbürsten und Nasensprays.

Eine beginnende Erkältung erkennen Sie daran, dass Ihr Kind Schnupfen bekommt. Erst ist der Ausfluss klar, dann wird er dicker und grau, gelblich oder grün. Hinzu kommen eventuell Husten und Fieber.

Den Verlauf der Erkältung erleichtern

Wenn die Erkältungsviren erstmal zugeschlagen haben, können Sie die Erkältung zwar nicht mehr verkürzen, aber ihrem Kind die Erkältungszeit erleichtern. Folgendes kann helfen:

  • Viel Ruhe
  • Viel trinken: Kräutertees und Vitamin-C-haltige Säfte
  • Frische Luft, außer Ihr Kind hat Fieber
  • Regelmäßig (richtig!) schnäuzen
  • Luftbefeuchter im Zimmer aufstellen
  • Ein warmes Bad bei einer Wassertemperatur von maximal 37 Grad Celsius. Fertig zu kaufende Erkältungsbäder oder ätherische Öle dürfen übrigens nur für Kindern ab mindestens 6 Jahren verwendet werden.
  • Beim Schlafen den Kopf des Kindes höher legen, um das Atmen zu erleichtern
  • Leichte Speisen wie selbst gemachte Gemüse- oder Hühnersuppe, frisches Obst, Salat, ein Brei oder Milchreis. Oder Obst in kleinen Stückchen und Apfelmus (besonders gut bei Schluckbeschwerden).
  • Vermutlich wird Ihr Kind wenig Appetit haben, drängen Sie es nicht zum Essen.
  • Lassen Sie Ihr Kind ausschließlich Papiertaschentücher verwenden.

Natürliche und alternative Mittel geben

Vergewissern Sie sich auch bei der Gabe von natürlichen und alternativen Mitteln durch eine Beratung beim Arzt oder Apotheker, ob das Mittel für Ihr Kind geeignet ist und in welcher Dosis Sie es  je nach Alter und Gewicht anwenden können.

  • Für Babys gibt es einen speziellen, milden Thymianbalsam, der bei Husten auch beruhigend wirkt. Bei Schnupfen kann Engelwurzbalsam äußerlich auf die Nasenflügel aufgetragen werden.
  • Bei Kinder ab 6 Jahren ein paar Tropfen Menthol oder Eukalyptusöl ins Badewasser geben oder in einen Zerstäuber, um das Atmen zu erleichtern. Säuglinge und kleine Kinder sollten jedoch auf keinen Fall mit Menthol inhalieren oder eingerieben werden. Dies kann einen Atemstillstand auslösen! Ähnliches gilt für andere stark riechende ätherische Öle.
  • Leichten Kamillentee geben.
  • Verwöhnen Sie die verschnupfte Nase mit Nasenbalsam.
  • Salzwasserspray – auch über längere Zeit – geben. Wenn die Nase zu ist, ist eine hypertone Salzlösung zu verwenden, sie wirkt leicht abschwellend. Wenn es nur um das Schleimlösen geht, sind Meersalzlösungen das Richtige. Bitte entsorgen sie das Spray nach jedem Schnupfen.
  • Inhalieren mit einer Wasser-Kochsalz-Lösung oder Kamillendampf (1 Handvoll Kamillenblüten mit siedendem Wasser übergießen, großes Handtuch über den Kopf ziehen, 5 Minuten lang Kamillendampf einatmen). Säuglinge und kleine Kinder sollen allerdings noch nicht inhalieren, wegen der Verbrühungsgefahr.
  • Bei Kindern ab 6 Jahren: Brust und Rücken über Nacht mit einem Balsam eintreiben, der ätherische Öle enthält.
  • Bei Husten: Warme Milch mit Honig oder Hustentees speziell für Kinder.
  • Hustensäfte für Kinder mit Thymian- oder Efeuextrakten, zum Abhusten des Schleims.
  • Hustenstiller kann man zur Nacht nehmen, er beruhigt das Hustenzentrum und das Kind kann gut schlafen. Dazu eignet sich sehr gut ein Eibischsaft. Ein Stiller kann auch tagsüber angewendet werden, wenn es ein sehr trockener Husten ohne Auswurf ist.
  • Bitte nie einen Hustenlöser und Hustenstiller gleichzeitig anwenden, das behindert die Heilung.
  • Man kann zur Beruhigung der Bronchien auch eine Heilwolle mit ein paar Tropfen Lavendelöl beträufeln und vorne auf die Brust in den Schlafanzug stopfen.
  • Bei Heiserkeit und Halsschmerzen können Isländisch-Moos-Pastillen gelutscht und bei Halsschmerzen kann zu homöopathischen Tropfen gegriffen werden.

Das Fieber senken

  • Machen Sie kalte Wadenwickel mit einem lauwarmen, feuchten Innentuch und einem trockenen Außentuch. Bitte aber nur durchführen, wenn die Gliedmaßen des Kindes warm sind. Ist nur der Rumpf warm und die Gliedmaßen kalt und werden dann Wadenwickel gemacht, droht ein Kreislaufkollaps.
  • Bei Fieber ab 39 Grad Celsius können Sie eine an Alter und Gewicht angepasste Dosis Paracetamol oder Ibuprofen geben. Bekommt man das Fieber nicht in den Griff mit einem der beiden Arzneistoffe, so kann man beide abwechselnd im Abstand von 4 Stunden geben. Am besten lassen Sie sich von einem Arzt oder Apotheker vor der Verabreichung beraten.

Geben Sie Ihrem Kind unter 14 Jahren niemals Aspirin, also ein Arzneimittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Dies kann besonders im Zusammenhang mit Infekten zu gefährlichen Leber- und Gehirnschäden führen.

Gehen Sie zum Arzt, wenn…

  • Ihr Kind mehr als 39 Grad Celsius Fieber hat.
  • Ihr Kind sich nach 5 Tagen nicht erholt hat oder es ihm noch schlechter geht.
  • die Erkältung mehr als 10 Tage andauert.
  • der Husten schlimmer wird und sich ihr Kind beim Atmen sehr anstrengen muss, keucht oder schnell atmet.
  • Ihr Kind Ohrenschmerzen bekommt.
  • Ihr Kind besonders matt und teilnahmslos ist.
  • Ihr Kind starke Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden hat.

Weitere Informationen zum Thema „Erkältung“:
Apothekenblog – Erkältung vorbeugen – aber wie?
Apothekenblog – Erkältung im Alter: Medikamente gezielt wählen
Apothekenblog – Erkältung allgemein behandeln und bei Fieber
Apothekenblog – Erkältung behandeln bei Schnupfen und Husten
Apothekenblog – Erkältung behandeln bei Halsschmerzen und Entzündung der Nasennebenhöhlen
Apothekenblog – Erkältung in der Schwangerschaft

Bildnachweis: Simone Hainz/pixelio.de

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