Harnwegsinfekte: Raus aus dem Teufelskreis

Urintest Harnwegsinfekte

Häufiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen, kleine Mengen Urin sowie Geruch, Trübung oder blutiger Urin können Symptome für einen Harnwegsinfekt sein. Häufig verschreiben Ärzte dann Antibiotika. Diese zerstören nicht nur die kranken Erreger, sondern auch die guten Darmbakterien. Sie schwächen dadurch das Immunsystem, der Körper wird anfälliger für den nächsten Harnwegsinfekt. Es folgen wieder Antibiotika, der nächste Infekt, Antibiotika und so weiter. Ein Teufelskreis. Wie man diesem entkommen kann, war kürzlich  Thema unseres Vortrags „Wiederkehrende Harnwegsinfekte“. Das Interesse der betroffenen Frauen war groß, deshalb fasssen wir im Apothekenblog noch einmal die wichtigsten Punkte zusammen.

Von einem wiederkehrenden Harnwegsinfekt spricht man, wenn mindestens 3 Mal pro Jahr eine Erkrankung eintritt. Die dann häufige verschriebenen Antibiotika schwächen nicht nur das Immunsystem, sondern können auch zu Resistenzen führen. Das heißt, dass Harnwegsinfekte auslösende Bakterien gegenüber den Antibiotika widerstandfähig geworden sind und diese nicht mehr wirken.

Im allgemeinen sind Harnwegsinfekte zwar recht schmerzhaft, aber unkompliziert. Ist ein Infekt doch einmal schwierig in den Griff zu bekommen oder tritt Fieber auf, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Auf erste Beschwerden sofort reagieren

Wenn Sie die ersten Anzeichen eines beginnenden Harnweginfektes spüren, sollten Sie sofort mit pflanzlichen und/oder homöopathischen Mitteln beginnen. Sinnvoll ist es, folgende Medikamente in Ihrer Hausapotheke zu haben:

  • Angocin enthält Kapuzinerkresse und Meerrettich
  • Cystinol akut aus Bärentraubenblätter-Trockenextrakt
  • Buscopan Dragees gegen die krampfartigen Schmerzen
  • Ibuprofen 400 gegen die Schmerzen

Um sicherzugehen, dass es sich um einen Harnwegsinfekt handelt, gibt es Urin-Teststreifen in der Apotheke, mithilfe der Sie auch zu Hause den so genannten Combur-Test.

Alternativen zur Antibiotikabehandlung

Statt Antibiotika bieten die Pflanzenheilkunde, Homöopathie und Allopathie sanftere Methoden für die Behandlung von Harnwegsinfekten.

Die Pflanzenheilkunde hat Arzneimitteln auf Basis von

  • Brunnenkresse und Meerrettich, die auch die Wiederkehrrate von Harnwegsinfekten senken
  • Cranberries, deren Proanhocyanidine, die verhindern und vorbeugen, dass sich Bakterien an der Blasenwand festsetzen
  • Bärentraubenblättern, deren Arbutin eine antimikrobielle Wirkung für die akute Infektion hat
  • Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter und Liebstöcklwurzel haben antimikrobielle und krampflösende Wirkung, senken aber auch die Wiederkehrrate von Harnwegsinfekten
  • Goldrute, die auch die Wiederkehrrate von Harnwegsinfekten senkt
  • Blasen und Nierentees: Birkenblätter, Goldrute (auch entzündungshemmend) , Orthosiphonblätter, Hauhechel und Schachtelhalm

Die Homöopathie empfiehlt zur Akutanwendung halbstündlich 10 Globuli unzerkaut im Mund zergehen zu lassen:

    • Cantharis D12: bei ständigem Harndrang, aber nur tropfenweiser Blasenentleerung. Schneiden und Brennen in der ganzen Nierengegend. Schmerzen bis zum Blasenhals und häufig zu Beginn des Wasserlassens
    • Dulcamara D12: bei Harnwegsinfekten infolge von Durchnässung und Kälte
    • Staphisagria D12: bei Druck auf der Blase, also ob sie nicht komplett entleert sei
    • Aconitum D12: bei plötzlich auftretenden, brennenden Schmerzen vor allem am Ende des Wasserlassens. Häufig nach Unterkühlung (Baden im kalten Wasser). Viel Durst und bei ängstlichen Persönlichkeiten.

Die Allopahtie ist eine „Heilmethode der Schulmedizin, bei der Krankheiten im Unterschied zur Homöopathie mit entgegengesetzt wirkenden Medikamenten behandelt werden“ (laut Duden). Dazu gehören hinsichtlich der Harnwegsinfekte etwa Aminoplus Methionin zur Ansäuerung des pH-Wertes, die „Impfung“ mit Kolibakterien in Form von Uro Vaxom und östrogenhaltige Vaginalzäpfchen, sofern ein Östrogenmangel vorliegt.

Langfristige Hilfe durch Darmflorasanierung

Zur Stärkung des Immunsystems nach wiederkehrenden Harnwegsinfekten und Antibiotikagaben kann langfristig eine Sanierung der Darmflora helfen, die jedoch mehrere Monate dauert. Zum Beispiel nach

      • der „Schrotschußmethode“: Symbioflor 1, ein probiotisches Arzneimittel mit dem natürlichen Darmbakterium  Enterococcus faecalis (1 x 20 Tropfen ) in Kombination mit Symbiolact comp, den Milchsäure bildenden Bakterien.
      • einem individuellen Plan mit Stuhltest und der Herstellung von Autovaccinen (Individualarzneimittel aus dem Stuhl). Den Test und die Anforderung von Autovaccinen können wir für Sie übernehmen.

Dabei spielt auch der allgemeine Aufbau des Immunsystems ein wichtige Rolle, um weniger anfällig für Infekte zu sein.

Es gibt also vielfältige Möglichkeiten, wiederkehrende Harnwegsinfekte auch ohne Antibiotika zu behandeln. Fragen Sie uns Apotheker oder Heilpraktiker und Ärzte nach diesen Alternativen, um die für Ihre Bedürfnisse passende Therapie zu finden.

Bildnachweis: iStock.com/AlexRaths

 

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