Sommer, Sonne, Sicherheit

Sommer, Sonne, Sicherheit

Es gibt inzwischen wohl kaum jemanden, der noch nichts von den möglichen schädlichen Folgen von Sonneneinstrahlung gehört hat. Und auch die daraus resultierende Wichtigkeit von Sonnenschutz haben die allermeisten verinnerlicht. Dennoch bleiben vielfach Fragen und Unsicherheiten, gerade im Bezug auf den passenden Schutz bei Kindern.

Babys

So ist beispielsweise auch vielen Eltern nicht bewusst, dass bei Kleinkindern unter einem Jahr keine Sonnenschutzmittel angewendet werden sollten. Da diese aber im Gegensatz zu größeren Kindern und Erwachsenen keine bis kaum sogenannte „Eigenschutzzeit“ haben, die ihnen eine gewisse Zeit lang den unbedenklichen Aufenthalt in der Sonne ermöglicht, ist anderweitiger Schutz umso wichtiger. Die optimale Lösung für Babys ist im Grundsatz ganz simpel: Kleidung. Zu empfehlen ist hier eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz und Anziehsachen, die möglichst viel vom Körper bedecken. Dabei schützen dunkle Kleider besser als helle, Synthetikstoffe besser als Baumwolle. Ideal ist eine spezielle UV-Sonnenschutzkleidung. Für diese weisen viele Hersteller auch den jeweiligen Schutzfaktor aus, der meist bei 50 oder höher liegt. Abgerundet wird der Baby-Sonnenschutz durch eine Sonnenbrille, die einen UV-Schutz von 400nm bieten sollte. Allerdings gilt auch für so gewappnete Kleinkinder, dass sie keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden und im Sommer die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden sollten.

Klein- und Schulkinder

Im Gegensatz zu den Allerjüngsten sind Klein- und Schulkinder nicht mehr ganz schutzlos, was die Sonnenstrahlung betrifft. Allerdings gilt auch hier – wie im Übrigen bei Erwachsenen ebenfalls –, dass ausreichender Sonnenschutz selbstverständlich sein sollte. Dabei ist ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30 bis 50 zu empfehlen, und dies unabhängig davon, ob das Kind eher zu den helleren oder dunkleren Hauttypen gehört. Zudem ist am Strand das Tragen eines T-Shirts sinnvoll, und zwar auch im Wasser. Und schließlich sollten bei diesen Kindern ebenfalls eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille zur „Schutzausrüstung“ gehören. Dennoch: wie die Kleinsten sollten auch die etwas größeren Kinder die Mittagssonne möglichst meiden.

Sonnenschutzmittel richtig anwenden

Bei Sonnenschutzmitteln gibt es nicht nur Unterschiede hinsichtlich des Lichtschutzfaktors, sondern auch in Bezug auf die Art des Mittels. Dabei stehen Öle, Gele, Cremes oder Milch zur Verfügung, wobei bei den hohen LSF, die für Kinder empfohlen werden, Sonnencremes und Sonnenmilch die gängigsten Formen sind. Cremes sind dabei „fester haftend“, Milch lässt sich leichter verteilen. Für das Gesicht ist in der Regel eine Creme vorzuziehen, für die besonders „exponierten“ Stellen wie Nase und Ohren zudem eine mit höherem LSF. Unabhängig von der Art des Sonnenschutzmittels sollte nicht an der verwendeten Menge gespart, sondern immer großzügig eingecremt werden. Zudem sollte nach dem Baden und vor allem nach dem Abtrocknen der Sonnenschutz erneuert werden. Dabei verlängert ein wiederholtes Auftragen den Sonnenschutz allerdings nicht! Insofern bleibt es auch bei mehrmaligem Eincremen dabei, dass sich die Zeit, die man sich geschützt in der Sonne aufhalten kann, aus dem LSF ergibt. Dieser besagt, wie viel Mal länger man sich eingecremt der Sonnenstrahlung aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.

Sonnenbrand, was nun?

Sollte es dennoch zu einem Sonnenbrand kommen, so ist die erste Maßnahme: raus aus der Sonne und diese auch in der Folgezeit meiden. Linderung verschaffen feuchte Umschläge oder Auflagen mit Joghurt oder Quark. Sollte die Symptome des Sonnenbrands über Rötungen, Schwellungen, Brennen und Schmerzen hinausgehen und sich beispielsweise Blasen bilden, sollten Sie mit Ihrem Kind einen Arzt aufsuchen. Blasen sollten auf keinen Fall selbst geöffnet werden. Auch wenn Fieber, Übelkeit oder Erbrechen zu den übrigen Sonnenbrand-Begleiterscheinungen hinzukommen, ist ein Arztbesuch angesagt. Allerdings sollte Ihnen auch bei einem „einfachen“ Sonnenbrand bewusst sein, dass dieser kein Alarmsignal der Haut darstellt, sondern bereits eine Schädigung dieser ist. Dabei sind Kinder hinsichtlich möglicher Spätfolgen wie Hautkrebs besonders gefährdet. Und akut kann ein schwerer Sonnenbrand bei Kleinkindern lebensbedrohlich werden.

Fazit

Sonnenschutz ist gerade – aber nicht nur – für Kinder mehr als wichtig, aber richtig geschützt steht einer entspannten Auszeit im Freien nichts im Wege, sei es im Urlaub oder an einem Nachmittag am See. Genießen Sie den Sommer!

Quelle: Verein Babyfreundliche Apotheke e.V.
Foto: Michael Horn/pixelio.de

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